Obwohl es nicht geplant war, sind wir am Abend wieder in Twizel. Aber von vorne: Ich stehe auf, Ma ist auch schon wach und hat erstaunlich gut geschlafen. Wir packen alles zusammen und starten um viertel nach neun Richtung Mt.Cook. Dafür müssen wir wieder 6 Kilometer den Weg zurück bis zum nächsten Abzweig fahren. Getankt werden muss auch noch und die Fenster am Auto brauchen auch wieder eine Reinigung. Plötzlich blinkt ein Lämpchen mit O/D off auf...keine Ahnung, was das bedeutet und eine Bedienungsanleitung haben wir nicht. Also beschließen wir, es einfach nicht zu beachten.
Auf der Weiterfahrt kommen wir an der Ortschaft Glentanner vorbei. Ein Frühstück suchen wir hier vergebens, denn der Ort besteht nur aus einem Helikopter-Landeplatz und ein paar Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer.
Also fahren wir weiter in die Berge hinein, die leider ziemlich wolkenverhangen sind. Gegen 10 Uhr erreichen wir Mt.Cook Village. Die angenommene, kurvige Bergstrecke ist ausgeblieben. Wir erreichen das Hotel Hermitage und trinken dort den wohl bisher teuersten Kaffee unserer Reise. Gegessen wird hier nichts! Als wir fertig sind, schlappen wir ein wenig durch das Edmund Hillary Center und die i-Site und besuchen mal wieder das stille Örtchen. Zurück im Auto fahren wir an einem Campingplatz vorbei, der zwar sehr schön liegt, aber nur einer dieser Basic-Campgrounds ist, wo es keine sonstigen Einrichtungen gibt.
Über eine Schotterstraße, die wir mit dem Mietwagen eigentlich gar nicht befahren dürfen, geht es zum Lake Tasman. Wir wandern zu den eher grün schimmernden Blue Lakes, von wo aus ich alleine weiter zum Aussichtspunkt über den Lake Tasman wandere. Wegen des Anstiegs und der unbefestigten Wege ist der Aufstieg nichts für Ma. Der Ausblick ist wirklich toll, auch wenn die Landschaft eher triste wirkt. Nachdem ich endlich wieder unten bin, gehen wir zusammen an das Ufer des Sees, in denen einige große Eisberge schwimmen. Hin und wieder nieselt es zwar, aber durch die Wärme ist es angenehm.
So langsam bekommen wir aber doch Hunger und wir fahren zurück zm Mt.Cook Village. Vielleicht gibt es noch ein anderes Restaurant oder Café, in dem es nicht ganz so teuer ist. Wir finden auch ein Café, allerdings ist der Kellner dermaßen unfreudlich und hektisch, dass wir wieder nur ein Getränk bestellen, mit dem wir uns draußen auf die Terrasse setzen. Inzwischen ist die Sonne draußen. Dort treffen wir auf einen Reisenden, mit dem wir in Tokomaru Bay schon Bekanntschaft gemacht haben. Er ist allerdings mit dem Fahrrad unterwegs!
Als wir die Gegend wieder Richtung Hauptstraße verlassen, halten wir öfter am Straßenrand an, da sich der Mt. Cook wieder ohne Wolken zeigt und mit dem davor gelegenen Lake Pukaki ergeben sich tolle Fotos.
Wir erreichen wieder Twizel und steuern erst einmal den anderen Campingplatz an, den wir noch nicht kennen. Allerdings ist dieser ziemlich voll und die Leute, die uns dort entgegen kommen, wirken auch etwas seltsam. Zur nächsten Ortschaft mit Campingplatz (in diesem Fall Oamaru) ist es uns für heute aber zu weit. Also wieder zurück zu dem Platz, den wir heute früh verlassen haben. Wir werden wieder freundlich begrüßt und Ma stellt unser Zelt wieder auf während ich zu Fuß zum nächsten Supermarkt laufe. Der Weg, der mit dem Auto so kurz wirkte, zieht sich als Fußgänger ganz schön.
Zum Essen gibt es heute Spiegelei und Toast. Wir sitzen trotz leichtem Regen draußen und gehen erst nach 22 Uhr ins Bettchen.